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SdK 68: Robert Rothmann über Videoüberwachung

Nach §26 des Datenschutzgesetzes hat jede Person, die von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, das Recht, Auskunft über die verarbeiteten Daten zu erhalten. Der Soziologe Robert Rothmann hat in einem Krisenexperiment untersucht, was passiert, wenn er die Bilder tatsächlich einfordert. Zahlreiche Betreiber von Videoüberwachungsanlagen wurden nach seinem Besuch mit einem Auskunftsbegehren konfrontiert, darunter Banken, Museen, Supermärkte, die kleine Trafik ums Eck, eine Disco und sogar ein Würstelstand. Es hat sich gezeigt, dass die Macht-Asymmetrie zwischen Beobachtung und Überwachung durch das Auskunftsrecht nicht aufgehoben werden kann, vor allem, weil der Anspruch auf Auskunft in der Praxis kaum durchsetzbar ist. Nicht zuletzt zieht das Nachfragen eine unangenehme Sogwirkung der Verdächtigung nach sich.

Linkliste: Robert Rothmann, Datenschutzgesetz (§26 Auskunftsrecht), Max Schrems (Wikipedia), Krisenexperiment (Wikipedia), Michel Foucault (Wikipedia), Google Glass

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4 Gedanken zu „SdK 68: Robert Rothmann über Videoüberwachung

  1. Anmerkungen zur Recherche von Robert Rothmann:

    Das Auskunftsrecht bez. Videoüberwachung ist als Spezialregelung zu § 26 DSG 2000 in § 50 e DSG 2000 geregelt – das ist Herrn Rothmann offenbar entgangen.

    Ich rege an, dass Herr Roithmann die Beachtung des Grundrechtes auf Datenschutzes durch Organe der Universität Wien untersucht – dort wird das Recht auf Auskunft verletzt, einzelne UNi-Organe haben nicht einmal eine DVR-Nummer.

    Enttäuschend finde ich, dass Herr Rothmann keine Beschwerden an die Datenschutzkommission erhoben hat – und seine Recherche nur zu wissenschaftl. Profilierungszwecken verwendet hat.

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