Meike Wolf ist Kulturanthropologin und sie beschäftigt sich mit der Globalisierung von Präventionsmaßnahmen. Als 2009 mit H1N1 2009/10 – besser bekannt als Schweinegrippe – ein pandemischer Erreger auftauchte, traten weltweit Pandemiepläne in Kraft. Gerade Städte spielen bei der Verbreitung und Bekämpfung von Erregern eine wichtige Rolle, insbesondere internationale Verkehrsknotenpunkte wie London oder Frankfurt am Main. Die Frage ist nicht, ob die nächste Pandemie kommt, sondern wann.

Linkliste: Meike WolfIntro, Schweinegrippe (Wikipedia), Nationaler Pandemieplan (Wikipedia), SARS (Wikipedia), WHO (Wikipedia)

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Zum Jubiläum eine besondere Ausgabe: Ich spreche mit dem Kulturwissenschaftler Ingo Lauggas über die Möglichkeiten, Kulturwissenschaften bzw. Cultural Studies an der Uni Wien zu studieren und über einen der weltweit meistzitierten Autoren – den italienischen Denker Antonio Gramsci. Ingo Lauggas erklärt in dieser Episode die problematische Rezeptionsgeschichte der Gramsci-Werke und warum viel von Hegemonie gesprochen, aber von Gramsci geschwiegen wird.

Linkliste: Ingo LauggasHegemonie, Kunst und Literatur. Ästhetik und Politik bei Gramsci und WilliamsAntonio Gramsci (Wikipedia), Gramsci-Reader zu Literatur und KulturL’UnitàDritte Internationale (Wikipedia), Projektgruppe Kulturwissenschaften/Cultural Studies an der Uni WienFaschismus (Wikipedia), Florianigasse, 1080 Wien, Gefängnishefte (Wikipedia), Zivilgesellschaft bei Gramsci (Wikipedia), Walter Benjamin (Wikipedia), Hegemonie (Wikipedia), Peter Weiss (Wikipedia), Birgit WagnerRaymond Williams (Wikipedia), Stuart Hall (Wikipedia), Umberto Eco

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Der Begriff des sozialen Netzwerks taucht lange vor Facebook in soziologischen Studien der 1950er Jahre auf. Es war der Versuch, soziale Beziehungen jenseits von Klassen- oder Gruppendynamiken zu beschreiben. Die Kulturwissenschaftlerin Nacim Ghanbari untersucht Netzwerktheorien und wendet sie an für die Zeit der Aufklärung. In dieser Episode spricht sie über die Anwendung von Netzwerktheorien in den Kulturwissenschaften, über Patronage als (soziales) Netzwerk im 18. Jahrhundert und über den fast vergessenen Sebaldus Nothankar.

Linkliste: Nacim Ghanbari: IFK, Univeristät SiegenJ.A. Barnes (Wikipedia), Mark GranovetterFriedrich Nicolai (Wikipedia), Leben und Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker (Projekt Gutenberg)

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Robert Pfundner ist in der Österreichischen Mediathek  für die historischen Aufnahmen zuständig. Das audiovisuelle Archiv sammelt neben Tonaufnahmen auch Videos und macht sie für BenutzerInnen zugänglich – weil wer hat schon noch ein Video 2000-Abspielgerät oder eine Wachswalze zu Hause? Er spricht in dieser Episode über die Herausforderungen bei der Archivierung und Digitalisierung von Tondokumenten und erklärt, warum es wünschenswert wäre, wenn wir hin und wieder den Sound, der uns im Alltag umgibt, aufnehmen würden. Garniert wird die Episode mit eingestreuten, historischen Tonaufnahmen.

Linkliste: Intro: Edi Finger und Cordoba 1978 (Wikipedia), Robert PfundnerÖsterreichische MediathekAKMRadio Rot-Weiß-Rot (Wikipedia), Schellackplatte (Wikipedia), Phonogrammarchiv (ÖAW), WAV-Format (Wikipedia), FFV1 (Wikipedia), VHS (Wikipedia), Video 2000 (Wikipedia), VCR-System (Wikipedia), Tonquelle Eduard Baar-Baarenfels, Tonquelle Willy Schmieger 1932, Tonquelle Aufziehen der Burgwache, Tonquelle Maxi Böhm Staatsvertrag, Tonquelle Bruno Kreisky, Thomas Edison: Mary had a little lambTondokument Bertha von Suttner, Tonquelle WM 54Papstbesuch in Wien

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Wie können wir Geschlecht jenseits der Binarität denken, wo sich doch die Zeichen des wahren Geschlechts im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert haben? Die Germanistinnen Susanne Hochreiter und Angelika Baier arbeiten an einem Projekt über Diskursverhandlungen in Literatur über Hermaphroditismus, in dem sie Texte über Intergeschlechtlichkeit aus der Zeit nach 1990 untersuchen. In dieser Episode erklären sie, warum Geschlechtlichkeit immer mit Machtfragen verbunden ist und wie Literatur Möglichkeitsräume schaffen kann, in denen Geschlechterfragen verhandelt werden.

LinklisteSusanne HochreiterAngelika Baier, FWF-Projekt Diskursverhandlungen in Literatur über Hermaphroditismus, Tagung IntergeschlechtlichkeitOvids Metamorphosen (Wikipedia), Judith Butler (Wikipedia), Der Fall Barbin mit einem Vorwort von Michel Foucault Über Hermaphrodismus (edition suhrkamp)*, Anne Fausto-Sterling (Wikipedia), Donna Haraway (Wikipedia), Lessons from the Intersexed by Kessler, Suzanne J.*, Magnus Hirschfeld (Wikipedia), Jeffrey Eugenides: Middlesex. Roman*, Ulrike Draesner: Mitgift: Roman*, Amanda Curtin: The Sinkings*, Kathleen Winter: Annabel*, Christiane Völling: Ich war Mann und Frau*

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Wie geht eine Gesellschaft um mit den Leuten, die sich nicht an die Regeln halten? Regeln, die häufig unter politischen und ideologischen Vorzeichen stehen, wie der Blick in die Vergangenheit verdeutlicht. Christian Bachhiesl ist Kustos und Kurator des Hans Gross-Kriminalmuseums an der Uni Graz und er spricht in dieser Episode über seine Tätigkeit als Wissensvermittler in einem Museum und seine Forschungen zur Epistemologie der Kriminalwissenschaften. Der Unterschied zwischen Kriminalistik und Kriminologie ist ebenso Thema, wie die Frage, inwieweit der menschliche Körper auf eine Realie reduzierbar ist.

LinklisteChristian Bachhiesl: Hans Gross-KriminalmuseumHans Gross (Wikipedia), Meerscheinschlössl (Wikipedia), Kriminalistik (Wikipedia), Peter Strasser: Verbrechermenschen. Zur kriminalwissenschaftlichen Erzeugung des Bösen*, Peter Becker: Dem Täter auf der Spur. Eine Geschichte der Kriminalistik*, Milos Vec: Die Spur des Täters. Methoden der Identifikation in der Kriminalistik (1879 – 1933)*, Epistemologie (Wikipedia), Daston/Galison: Objektivität*

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Werbe- und Industriefilme sind ein wichtiges Genre des ephemeren Films. Darunter verstehen ForscherInnen – wie Rick Prelinger – Filme, die von einem oder mehreren Sponsoren finanziert sind und deren Hauptanspruch nicht künstlerisch ist. Sema Colpan, Lydia Nsiah und Joachim Schätz untersuchen in ihrem DOC-team-Projekt „Sponsored Films“ und die Kultur der Modernisierung Werbe- und Industriefilme aus Österreich, die zwischen 1920 und 1960 entstanden sind. Sie erklären in dieser Episode nicht nur das fordistische Akkumulationsregime, sondern auch, wie sich ökonomische Rationalisierung und ästhetische Strategien in “Sponsored Films” niederschlagen.

Linkliste: Intro: Werk am Strom (BASF, 1952), DOC-team: „Sponsored Films“ und die Kultur der Modernisierung. Schnittstellen zwischen Ökonomie und Ästhetik im österreichischen Werbe- und Industriefilm (Sema Colpan, Lydia Nsiah, Joachim Schätz), Ephemerer Film (Wikipedia), Fordismus (Wikipedia), Regulationstheorie (Wikipedia), Antonio Gramsci (Wikipedia), Avantgarde (Wikipedia), James Beniger: The Control RevolutionWalter Ruttmann (Wikipedia), Oskar FischingerHans Richter (Wikipedia), Mary Ann DoaneYvonne Zimmermann

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Wann ist ein Mann ein Mann? Während Männer sich ihrer Geschlechtlichkeit im Alltag meist nicht bewusst sind, werden Frauen ständig mit ihrem Frausein konfrontiert. Das führt dazu, dass Männer als geschlechtliche Wesen häufig unsichtbar bleiben. Der Historiker Dominik Schuh forscht zum Thema “Männlichkeiten” und er erklärt in dieser Episode, was es mit einer kritischen Männergeschichte auf sich hat und wie Männlichkeiten durch Handeln entstehen.

Linkliste: Intro: Männer von Herbert Grönemeyer, Dominik Schuh (Uni Mainz; Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften): Laikale Männlichkeiten zwischen dem 14.–16. Jahrhundert, Jeff Hearn (Wikipedia), Raewyn Connell (Wikipedia), Pierre Bourdieu: Die männliche HerrschaftKristina SchröderCodex Manesse: Große Heidelberger Liederhandschrift, Götz von Berlichingen (Wikipedia)

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Einen Tag nach Christi Himmelfahrt findet jedes Jahr in Weingarten eine Reiterprozession zu Ehren des Heiligen Blutes Christi statt – eine Blutreliquie, die das Blut Jesu enthalten soll. Der sog. Blutritt ist einer der größten Kulte um eine Blutreliquie weltweit. Mit Geschichte(n) und Überlieferungen von und über Blutreliquien beschäftigt sich der Historiker Johannes Dillinger, der in dieser Episode erklärt, was ihre Besonderheit ausmacht und warum es bei den Kulten um das Blut Jesu vor allem um die Ernte geht und sie den Vatikan nicht selten in Erklärungsnot bringen.

Linkliste: Johannes Dillinger: Uni Mainz, WikipediaBlutreliquien (Wikipedia), Heilig-Blut-Fest in ReichenauBlutritt in Weingarten (Wikipedia), Tertium comperationis (Wikipedia), The Invention of Tradition

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Anfang der 1980er Jahre gründete eine kleine Gruppe um den charismatischen Wau Holland in Berlin/Hamburg eine “galaktische Vereinigung ohne feste Strukturen” – mittlerweile zählt der Chaos Computer Club zu den wichtigsten Vereinen, was die Themen Netz, Technik und Gesellschaft betrifft. Der Historiker Matthias Röhr hat zu den Ursprüngen des CCC geforscht und er erzählt in dieser Episode, wie die Ideen des Hackings und Phreakings im alternativen Milieu Deutschlands der 1980er Jahre Fuß fassten und zur Entstehung des Chaos Computer Clubs führten.

Linkliste: Intro: Radio Wauland. Tune in, turn on and hack yourself, Matthias Röhr: Blog, TwitterChaos Computer ClubPhreaking (Wikipedia), Steven Levy Hackers. 25th Anniversary Edition: Heroes of the Computer Revolution*, TX-0 (Wikipedia), Counterculture (Wikipedia), Altair 8800 (Wikipedia), Homebrew Computer Club (Wikipedia), Abbie Hoffman: Steal This Book*, TAP und YIPL (Blog Stummkonzert), Wau Holland (Wikipedia), Whole Earth Catalog (Wikipedia), DatenschleuderTUWAT.TXT (CRE 77), War GamesBTX-Hack (Wikipedia), Hackerbibel (Blog Stummkonzert), 2600: The Hacker Quarterly

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The worldwide cooperations of security agencies is not a special post-9/11 feature. One example is the International Criminal Police Organization, now known as Interpol, which was founded in Vienna shortly after the First World War in 1923. The historian David Petruccelli was Visiting Fellow at the IWM and searched the Viennese archives. In his dissertation project he explores the system of international policing that was introduced in the interwar period by focusing on how Interpol, the League of Nations, and various metropolitan and national police forces developed a system of international policing aimed at a range of specific offenses, such as human trafficking, the international drug trade, counterfeiting of currency, and international fraud.

Linklist: Intro: Interpol Calling, David Petruccelli, IWM, Yale UniversityInterpol (Wikipedia), League of Nations (Wikipedia), Anarchism (Wikipedia), Johann Schober (Wikipedia), FBIDEAHaus-, Hof- und Staatsarchiv; Österreichisches StaatsarchivZotero

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Verkaufen sich Naturwissenschaften besser in den Medien? Und wenn ja, warum ist das so? Gibt es bei den Geistes- und Kulturwissenschaften weniger Bewusstsein für die eigene Außendarstellung? Gerade jetzt, wo es so einfach ist wie nie, die eigene Arbeit einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Klaus Taschwer ist Wissenschaftsjournalist beim STANDARD und er erzählt in dieser Episode der Stimmen der Kulturwissenschaften über seine Arbeit als Zwischenschaftler, die teilweise verschwommenen Grenzen zwischen PR und Journalismus und warum er am liebsten in der Wissenschaftsredaktion sitzt.

Linkliste: Foto von Matthias Cremer, Bearbeitung @mesznerIntro: Science Busters, Helga NowotnyUlrike Felt; Talking Anthropology-EpisodeDie andere Seite des Spiegels. Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus*, Konrad Lorenz: Biographie*, Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung an der Uni Klagenfurt, sciblog – Blog für WissenschaftskommunikationHeureka – Das WissenschaftsmagazinGeorg Simmel (Wikipedia), Robert Park (Wikipedia), FWF, DFGRolf-Dieter Heuer (Wikipedia), Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (Wikipedia), Brigitte Hamann (Wikipedia), Götz Aly (Wikipedia), Florian FreistetterEurekAlert!Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten

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