Ist die Frauen- und Geschlechtergeschichte seit ihrer Institutionalisierung an den Universitäten diszipliniert und zahnlos geworden? Alexia Bumbaris, Jessica Richter und Veronika Helfert vom Forschungsnetzwerk fernetzt erklären in dieser Episode, warum Forschung auch widerständige Praxis ist und gerade der gesellschafts-kritische Anspruch der Frauen- und Geschlechtergeschichte wichtig ist, um auf gesellschaftliche Ungleichheitsmechanismen aufmerksam zu machen. Ausgangspunkt für das Gespräch ist die TagungUn/diszipliniert? Methoden, Theorien und Positionen der Frauen- und Geschlechtergeschichte (27.2. bis 29.2.1012 in Wien).
Die Welt rund um das Radio hat sich in den letzten 20 Jahren massiv verändert: Das WWW ist zum Massenmedium geworden und es gibt nur wenige Lebensbereiche, in denen die Digitalisierung noch keine Rolle spielt. Eben, Digital Ist Besser. Und Radio? Sendet immer noch über UKW und die HörerInnenzahlen bleiben auch konstant. Albert Malli, Ö3-Vizechef, blickt zurück auf seine Anfänge beim Radio und erklärt, warum die Analogabschaltung und der Umstieg auf DAB+ für das Radio nicht funktioniert.
Das Medienformat Podcasting ist eigentlich noch recht jung, doch haben sich mittlerweile schon einige Fixpunkte zu seiner Geschichte etabliert: Seit 2002 gibt es dank Dave Winer die Möglichkeit, Audiodateien in RSS-Feeds zu referenzieren, was Adam Curry seit Sommer 2004 auch getan hat – mit dem Daily Source Code. Nachdem die Bezeichnung Audioblogging dem Format nicht wirklich gerecht wurde, schließlich sahen sich die ersten Podcaster eher dem Radio verpflichtet, musste erst noch das Wort Podcast erfunden werden – eine Mischung aus den Worten iPod und Broadcast. 2005 integrierte dann Apple mit iTunes 4.9 noch ein Podcastverzeichnis und schon ist die Geschichte erzählt, oder? Gerrit van Aaken gehört zu den frühen Protagonisten der deutschen Podcastszene und er gibt in dieser SdK-Episode einen Überblick über die Geschichte des Podcastings.
Die Folge über die Geschichte des Podcastings soll der Auftakt zu einer kleinen Serie über Geschichte(n) öffentlicher Kommunikation werden – der besondere Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte des Radios und der Geschichte des Podcastings. Beide ähneln sich insofern – und darauf möchte ich im Laufe der Serie hinaus –, als sie interessante Beispiele für Medienaneignungen auf der Grundlage von Technik sind.
Das sozialistische Jugoslawien jenseits von Nationalismus und Nostalgie beschreiben: Die Historikerin Natascha Vittorelli gibt in dieser SdK-Episode Auskunft über ihr Habilitationsprojekt, in dem es um jugoslawische Partisaninnen geht. Das Experiment in diesem Gespräch war es, nicht nur über das Forschungsthema zu sprechen, sondern verstärkt auf ihre Arbeitsweisen als Historikerin einzugehen. Das heißt, zum Beispiel nach Ablagesystemen oder Schreibtechniken zu fragen, aber auch nach ihrem Selbstverständnis als Historikerin.
Monographie (veröffentlichte Dissertation) zur Geschichte der Frauenbewegung im südlichen Teil der Habsburger Monarchie – erschienen im Löcker-Verlag – zum Gratisdownload
Die Gefahr lauert überall, denn: Jede menschliche Tätigkeit ist unfallbelastet – jedes Ding ist ein potentieller Gefahrenherd. Und so wird gerade in der Moderne die Zukunft häufig als kommende Katastrophe imaginiert: auf Kinoleinwänden, in der Literatur, aber ebenso in den Laboren der Szenariotechnik oder Statistikbüros von Versicherungen. Die Kulturwissenschaftlerin Eva Horn erklärt in dieser Folge, warum Untergangsszenarien einen besonderen Reiz auf uns ausüben und wie wir immer stärker versuchen, Zukunft abzusichern und zu prognostizieren.
Publikationswege verändern sich nicht nur in der Musikindustrie: Mit der Open Access-Bewegung ist ein Paradigmenwechsel in der Wissenschaftskommunikation eingeläutet, mit dem Ziel, wissenschaftliche Literatur frei zur Verfügung zu stellen. Guido Blechl, Leiter der Arbeitsgruppe Open Access an der Uni Wien, erklärt in dieser SdK-Folge, wie Open Access – ob golden oder grün – die klassische Verlagsstruktur verändert und warum niemand der wissenschaftlich publiziert umhin kommt, sich mit Open Access zu beschäftigen.
Die Zukunft von der theologischen Determination freischaufeln: Während Zukunft in der jüdisch-christlichen Vorstellung wie eine Wand ist, die auf einen zukommt und nicht gestaltbar ist, wandelt sich im 17. Jahrhundert der Umgang mit der Zeit und gewinnt gerade die Zukunft neue Bedeutung. Der Historiker Achim Landwehr erklärt in dieser SdK-Folge, warum die Seiten der Kalender immer weißer wurden und warum Astrologie vielfach als eine Alternative zur völligen Gestaltbarkeit und Offenheit von Zukunft angesehen wurde.
Wer interessiert sich für Gender Studies in Russland? Die Historikerin und Soziologin Therese Garstenauer – vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte – erklärt in dieser SdK-Folge, warum der “Osten” immer woanders ist, nämlich weiter östlich und warum Interdisziplinarität für ForscherInnen gefährlich sein kann. Sie beschreibt, wie sie Interviews mit WissenschaftlerInnen über die Entwicklung und internationale Vernetzung russischer Geschlechterforschung mit Hilfe einer Korrespondenzanalyse auswertete.
Kriminalität ist im Sinne der Kriminalsoziologie kein Verhaltens- oder Personenmerkmal, sondern eine zugeschriebene Bedeutung – eine gesellschaftliche Zuschreibung. Walter Fuchs vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie erklärt in dieser SdK-Ausgabe, inwiefern die strafrechtliche Verurteilung von Unternehmen einen juristischen Systembruch darstellt, weil jede Strafe eigentlich intentionale Handlungen voraussetzt.
Elektrizität spielt bei der Beschreibung von Medien eine wichtige Rolle und ist gleichzeitig verknüpft mit einem Fernwirkungsphantasma. Medien als unmittelbar – instantan – zu charakterisieren, baut letztlich auf der Negation von Medialität auf. Auch für Marshall McLuhan – der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre – ist Unmittelbarkeit bedeutender Ausgangspunkt seiner Medientheorie, deren zentrale Idee das Global Village ist. Florian Sprenger erklärt in dieser SdK-Folge, was Elektrizität, Telegrafie und Marshall McLuhan miteinander zu tun haben.